Sonntag, August 26, 2018

Dienstag, März 20, 2018

Weiß und Blau

"Seehofer und Gauland unterscheiden sich nur darin, dass Seehofer meist schlechter gekleidet ist und undeutlicher redet."

— Leo Fischer

Samstag, Juli 09, 2016

wir kämen ganz gut mit dem Holocaust klar, wenn da nur nicht...

Was ist den Deutschen der Bau eines Konzentrationslagers dagegen, dessen Pläne zu verschenken, und dann auch noch aus-ge-rech-net an Israel?
"Es ist deutsches Archivgut von einer zentralen Instanz und es ist ein - wenn man so will - in einer deutschen Behörde entstandenes Dokument und es gehört nach allen Regeln der Archivwissenschaft in das Bundesarchiv. Und sonst nirgendwohin." - In der Tat. Von einer ganz zentralen Instanz - wenn man so will - und es gehört ins Reichssicherheitshauptamt, und nicht in die schmierigen Hände eines du-weißt-schon.
"Der Unterschied zwischen einer noch so guten Kopie und dem Original ist eben dieser Moment der Authenzitität" - die nimmt uns keiner weg, verdammt! Und "die seriösen Forscher möchten natürlich auch gerne die Merkmale überprüfen" - einmal reicht natürlich nicht, denn man weiß ja, da werden nochmal Zweifel aufkommen.
"Manchmal ist die Geste der Politik wohl wichtiger als geltendes Recht". - Dieser verdammte Holocaust, ständig betreiben Gewisse Kreise darum Rechtsbruch, und es wird immer schlimmer - bei Hitler lief wenigstens noch alles nach Vorschrift.
Nach dieser Vorlage braucht das mindere Kommentar-Volk nur noch mitzulaufen: "Falls die Originale zukünftig wieder mal Abhandenkommen, dann hat Deutschland keine Schuld oder?" - "Wurden polizeiliche Ermittlungen wegen Diebstahls aufgenommen?" - "Die Bundesrepublik kann durchaus Urheberrechte geltend machen." - "Selbst wenn Israel in der Westbank nach den Originalunterlagen den Gebäudekomplex nachbauen & in Betrieb nehmen würde,würden wohl nicht mehr als mündliche Beschwerden aus DE zu erwarten sein".
So ist das eben: wir Deutschen kämen heute ganz gut mit dem Holocaust klar, wenn da nur nicht diese Juden wären.

Donnerstag, Januar 14, 2016

Die Ureinwohner stellen einen Ankunftsnachweis aus

"Ankunftsnachweis" heisst im Amtsdeutsch das Dokument, mit dem sich Asylbewerber zukünftig ausweisen sollen. Da hat man sich aber sehr Mühe gegeben nicht versehentlich irgend etwas zu garantieren, z.B. die Anerkennung als Bürger, Person, oder Mensch. Der Deutsche Staat erkennt Ihnen hiermit an: Sie sind nun hier! Wenn irgendwelche Zweifel bestanden haben dass Sie Sich in Deutschland befinden - mit diesem Drecksdokument dürften sie ausgeräumt sein. Seien sie froh dass sie ihn nicht aussen an die Jacke heften müssen. Mitführpflicht besteht allemal, für den Weg zwischen Amt und Baracke, woanders dürfen Sie sich sowieso nicht erwischen lassen.

Und was sagen die Eingeborenen dazu?

Q: "Als nächstes müsste das dann ja auch zeitnah umgesetzt werden, incl. Fingerabdruck und einer Codierung, mit der der auch EU-weit abgeglichen werden kann."
A: bitte auch elektronische Fußfessel, Knochenmark, Spermaprobe, und die Familie in Geiselhaft, sonst wird man die fremdrassigen Elemente ja nicht mehr los.

Q: "Und dann müsste nach einem entsprechenden Zeitrahmen jeder, der keine entsprechenden Dokumente (Pass mit Visum oder dieser wunderbare Ausweis) als illegaler Einwanderer auch entsprechend behandelt werden."
A: Keine Sorge Volksgenosse, Deutschland hat vor einem entsprechenden Zeitquantum die Erfahrung gesammelt, jeden der keine entsprechenden Dokumente (Ariernachweis) vorzuweisen hat entsprechend zu behandeln.

Q: "Es darf nicht passieren, dass ein Mensch mit sieben unterschiedlichen Identitäten in Deutschland leben kann."
A: das ist in der Tat ungerecht, solange die meisten Ureinwohner nicht mal eine haben.

Freitag, Juli 03, 2015

Welcome to capitalism's late show

... “conservative” now means the absolute opposite of “leaving things as they are”. Conservative means changing everything. It means dismantling things and selling off the bits. It means drilling into our lives and extracting the marrow.

— Ian Martin, The Guardian

Dienstag, März 03, 2015

Dresden, Stadt der Bewegung

In Dresden, der neuen Stadt der Bewegung [2], terrorisieren Staat, Nazischläger und faschistische Kleinbürger arbeitsteilig Flüchtlinge und Ausländer: Pegida-Schläger greifen Flüchtlinge an; am nächsten Tag leistet Sachsens "Ausländerbeauftragter" Geert Mackenroth (CDU) Amtshilfe für Pegida, schiebt den Flüchtlingen die Schuld zu; die Polizei räumt deren Camp; dazu gibt's Audio von Leuten auf der Straße nach bekanntem Muster Ich bin 1945 auch vorm Russen geflohen, aber diese Flüchtlinge, die sind nicht von hier! Es ist schön wenn man an Verständigung und Reden glaubt, aber irgendwo muss man auch mal eine Kante ziehen. Mit einer faschistischen Bewegung kann man keinen Konsens finden. Vor Dresden kann man nur noch warnen.

Montag, Dezember 08, 2014

Bis auf den Grund verdummt

"... öffentlich-rechtliche Journalisten [sind] noch zu dumm zu sehen, daß ein Ministerpräsident von der Linkspartei wirklich alles anzeigt, nur eben keine Renaissance des Sozialismus in Deutschland, viel eher schon, im Gegenteil, dessen Mausetod (...) wenn die Wahl Ramelows überhaupt eine Katastrophe ist, dann weil sie dafür sorgen wird, daß sich die Leute in ihrem „bunten“ (SZ) Vaterland noch da aufgehoben fühlen, wo sie es nicht sind. — Stefan Gärtner

Samstag, November 08, 2014

endlich wieder Prominenten-Sammelbilder!

Nach vier Jahren nehmen wir die beliebte Serie wieder auf und starten heute mit Wolf Biermann:

Egal was Biermann mal gewesen ist, heute ist er jedenfalls kein "Drachentöter", sondern ein egozentrischer Nervtöter, ein anachronistischer Klampfenschinder, und ein nützlicher Idiot in der Westentasche der CDU. Wer wird als nächstes eingeladen im Bundestag herumzupöbeln, Frank Rennicke?

Freitag, Oktober 17, 2014

General Winter

An was erinnert mich das bloß...?! "Der Russlandbeauftragte der Regierung, Erler, räumte ein, dass die Aufklärungsdrohnen im eisigen Winter gar nicht eingesetzt werden können ... Wenn sie vereist, stürzt sie ab."

Donnerstag, Oktober 02, 2014

Dienstag, September 30, 2014

Wir erinnern uns

"Diese Art Krieg kennen die Serben nicht. Chirurgisch präzise Luftangriffe, ohne größere Behelligung der Zivilbevölkerung, zumindest in der Hauptstadt. Für sie ist Krieg Blut, Kampf Mann gegen Mann."
— "Die Welt", 26. März 1999

"Nato has admitted that one of its missiles hit the Bulgarian capital, Sofia, after being fired at a target in Yugoslavia."
— BBC News, 29. April 1999

"Marina Jovanovic, ein temperamentvolles Mädchen, humpelt bis heute auf Krücken. Unter ihrem Nacken hat sie eine tiefe, fingerlange Narbe. Marijana Stojanovic, sie ist stiller und schüchterner als ihre Freundin, trägt einen Arm in Gips. Sanja Milenkovic ist tot."
— "Die Zeit", 16. Dezember 1999

"Human Rights Watch concludes that as few as 489 and as many as 528 Yugoslav civilians were killed in the ninety separate incidents in Operation Allied Force."
— Human Rights Watch, Februar 2000

Freitag, März 21, 2014

Das Ende der Appeasementpolitik Moskaus gegenüber dem Westen

Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank gibt im Gespräch mit einem namenlosen ntv-Sabbelkopf zu verstehen, dass die Widersprüche zwischen US-amerikanischem und EU-europäischem Kapital größer sind als ich gedacht habe: "Es wird hier häufig von der Situation 1938, Appeasementpolitik gegenüber Hitler gesprochen. Es gibt seit 23 Jahren eine Appeasementpolitik Moskaus gegenüber dem Westen, weil der Westen sich seit 1990 nicht an Absprachen und Verträge gehalten hat, und jetzt ist die Bereitschaft in Moskau offensichtlich nicht mehr gegeben weitere Appeasementpolitik zuzulassen (...) Fakt ist, und da liegt Herr Putin richtig, die einzige rechtmäßige Regierung ist Janukowitsch. Die Anerkennung dieser aktuellen Regierung ist völkerrechtlich nicht nachhaltig (...) vielleicht sollte man sich auch Gedanken machen dass der Volkswille auf der Krim ein anderer ist als der in der Ukraine."

Montag, März 10, 2014

Fotografieren verboten! Wir sind im Krieg!

Der Sender Freies Berlin berichtet: CDU will Soldatendarsteller am Checkpoint Charlie verbieten. "Derartiger Klamauk beschädigt die Würde dieses historischen Platzes." Man könnte sich wundern, dass sich da einer über harmloses Touristenklimbim aufregt. Es ist ja aber klar: Die Berliner CDU will nicht nur jeden Umgang mit der jüngeren deutschen Geschichte verbieten, der nicht von ihrem Hubertus Knabe (s.u.) und der Axel Springer AG für geeignet befunden wird, die Bevölkerung busladungsweise einer antikommunistischen Ideologieschulung zu unterziehen. Nein, sie muss auch 24 Jahre nach der "Wende" erkennen, dass sie ohne Feind im Osten nichts werden kann, und muss sich darum dagegen wehren, dass irgendwer den kalten Krieg trivialisiert. Denn wer ihn nicht ernstnimmt, der nimmt sie nicht ernst. Und eigentlich möchte sie ihn gerne wiederhaben, und ist auf dem besten Weg dazu. Nur diesmal am Don statt in Kreuzberg.

Vollzugsmeldungen: [1], [2]...

Sonntag, März 09, 2014

Konfliktpartei

Warum den deutschen Medien bezüglich der Ukraine nicht zu trauen ist, bringt Stefan Gärtner in seinem kritischen Sonntagsfrühstück auf den Punkt: diese sind längst Konfliktpartei. "Das ganze Ostland soll es sein". Nachtrag: und dann gibt es doch manchmal so was.

Sonntag, Februar 23, 2014

Bis ans Ende der Welt

Die können alle bollern,
soviel sie nur wollern —:
Wir sind die Hohenzollern
und leben von euch
und zecken an auch

bis ans Ende der Welt ...
Soviel Geld —! soviel Geld —!


Kurt Tucholsky (1929)

Dienstag, Oktober 22, 2013

Knabenspiele

Der Gauck hat seinem Chefagitator Knabe die Ehre erwiesen und ihm die Ausstellung Zeugnisse politischer Verfolgung von 1945 bis 1989 besucht — der In-Veranstaltung für alle, die Menschenrechtler und Demokraten spielen möchten ohne sich mit den Verbrechen vor 1945 oder gar nach 1990 auseinandersetzen zu müssen.

Samstag, April 06, 2013

Ich habe da eine Stelle...

In Hennigsdorf können sich Schüler am Samstag mit einem sogenannten Speed-Dating bei verschiedenen Unternehmen um Lehrstellen bewerben. Sie haben jeweils zehn Minuten Zeit, um sich als mögliche Auszubildende vorzustellen. Wenn sich beide Seiten interessant finden, geht es nach hinten in die Industrie- und Handelskammer.

Samstag, März 31, 2012

Lakai der Woche (zweiter Platz)

... ist Gerd Appenzeller vom ultraliberalen Kampfblatt "Tagesspiegel", der feststellt, dass es nur wenigen nützt, aber vielen schadet, wenn jemand eine Lohnerhöhung bekommt. Für Journalisten stimmt das wohl, die sind bei entsprechender Bezahlung offensichtlich zu jeder Niederträchtigkeit bereit.

Lakai der Woche

... ist der Lohnpropagandist Klaus Sturm von der halbstaatlichen Nachrichtenagentur SWR, der den frisch ins Hartz-IV-Paradies entlassenen Schlecker-Angestellten folgendes ins plebejische Stammbuch schreibt: "Eine Transfergesellschaft für Menschen, deren Firma pleitegeht, ist vielleicht wirklich nur eine sozial-romantische Schmusedecke". Hach, schöne Metapher. Und Molotovcocktails sind das Barbecue der Revolte. Rieche ich da Schweinefleisch?

Donnerstag, März 01, 2012

etym.

Recht, das: Gesamtheit der Gesetze; etym.: lat. recta

Dienstag, Dezember 27, 2011

Forscher Troll

Heute in Berlin die Überschrift gelesen: "Forscher fordert Verbot von DDR-Uniformen". Sofort gewusst, von welchem "Forscher" die Rede ist.

Montag, September 19, 2011

Die rechte Dampfkartoffel der Woche...

... ist Malte Lehming, der Rechtsausleger des Berliner "Tagesspiegels", der schrub:

"In einem Bezirk wie Friedrichshain-Kreuzberg sind durch demokratische Wahlen Verhältnisse geschaffen worden, wie sie in undemokratischen Systemen nur durch Zwang zustande kommen. Die vereinigte Linke, wenn man sie mal so nennen darf (Grüne, SPD, Linke, Piraten, Die Partei), kommt in Friedrichshain-Kreuzberg auf 85,9 Prozent. Eines ist damit – und auch sonst – klar: Die Vergriechenlandisierung (kurz: Vergriechung) der ohnehin verarmten deutschen Hauptstadt wird sich weiter beschleunigen."

So muss es sein. Diktatur herrscht, wenn Malte Lehming und seine konservativen Borniertheiten keine Mehrheit finden. Wissen Sie was, Herr Lehming: wenn Sie sich in Berlin so unwohl fühlen, dann gehen Sie doch nach Süden. Aber nicht zu weit, zum Beispiel ins asoziale Pennergriechenland, oder ins von grünen Gutmenschen-Nazis geknechtete Baden-Württemberg, sondern nach Leipzig oder nach München. Da sind sie dann eine rechte Dampfkartoffel unter vielen und haben bessere Voraussetzungen um sich vielleicht auch einmal erfolgreich zu integrieren. Gute Reise!

Mittwoch, September 14, 2011

Friedrich II

Anlässlich des einsetzenden Theaters zum 300. Geburtsag Friedrichs II. von Preußen, auch bekannt als "der Große", mit Theater und Reden und Ausstellungen und alles schön modern und ausgewogen aber bitte auch mit Preußen-Gloria, hier nochmal der Hinweis auf die exzellente Artikelserie von Karl Gass, die vor einigen Jahren in der "jungen Welt" erschienen ist. Leider mittlerweile nur noch gegen Bares im Volltext zu lesen; hier und da gibt es zwei kürzere Artikel

Griechenland ist unser!

Während der Reichsfinanzschäuble sich "bemüht, mit Griechenland nicht die Geduld zu verlieren", schrub ich also in die Kommentarfunktion der halbamtlichen Nachrichtenagentur Tagesschau, den Griechen sei "ja leidlich bekannt, was passieren kann, wenn die Deutschen die Geduld verlieren" - und wurde natürlich zensiert. Griechenland ist Beute, und die nicht zensierten Kommentare des Steuerzahlermobs unter dem Artikel zeigen auch, dass der deutsche Volksgenosse es genau so will. Griechenland? Ich habe von nichts gewusst, Schäuble ist es gewesen! Jeder musste damals CDU wählen, und es herrschte ja auch Unterdrückung - ich musste Einkommenssteuer zahlen und konnte mir nur einen Einser-BMW leisten!

Donnerstag, Oktober 21, 2010

Menschenrechte made in Germany

Der "Europäische Gerichtshof für Menschenrechte" hat heute die "Sicherungsverwahrung" des deutschen Strafgesetzbuchs bestätigt. Dieses wurde erstmals 1933 als "Gewohnheitsverbrechergesetz" von der NSDAP verabschiedet. Geklagt hatte der "Sicherungsverwahrte" Ekkehard Grosskopf, der seine Menschenrechte verletzt sah, weil ihn die deutsche Justiz für eine Reihe von Einbrüchen, Diebstählen und versuchten Diebstählen für geisteskrank erklärt und ohne zeitliche Begrenzung in der JVA Aachen interniert hat. Man muss sich nun beim "Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte" bedanken, dass er hier Klarheit geschaffen hat. Wann immer ein europäischer Politiker von "Menschenrechten" redet, beinhalten diese ein Gesetz aus der Feder der NSDAP, welches die Internierung von Dieben bis zum Eintritt ihres mehr oder minder natürlichen Todes vorsieht. Nur wenn der Strafrahmen jetzt noch erhöht werden soll, wird es schwierig. Es bleiben eigentlich nur direkte Körperstrafen. Drei mal stehlen - Hand ab. Zehn mal Schwarzfahren - Bein ab. Ein Jahr lang Fernsehen ohne Gebühren zu zahlen - Auge raus. Wo bleibt die konservative Bundesratsinitiative? Herr Mappus, übernehmen Sie!

Dienstag, September 21, 2010

Deutsche Journalisten (2)

Der rbb ist ein Rundfunksender, der mehr tut als recherchieren. Seine Mitarbeiter machen sich bei Gelegenheit auch gleich zum Spitzel und schwärzen Leute beim Jobcenter an: "Am Wochenende berichtete die Abendschau über Roma, die sich in Neukölln ansiedeln. In diesem Vielvölkerbezirk werden Roma eher toleriert als in anderen Bezirken und in anderen Ländern. Doch Probleme gibt es auch hier. Die Abendschau hat im Rahmen ihrer Recherche einen Fall von Sozialmissbrauch aufgedeckt und das zuständige Jobcenter darauf hingewiesen..."

Freitag, Juni 18, 2010

Triumph des Willens

Berlins Eisernkreuzblatt, die "Morgenpost", hat nicht nur das Offensichtliche erkannt, nämlich "Deutschland berauscht sich an sich selbst", sondern es bringt darüber hinaus den im ach so harmlosen Fußballnationalismus enthaltenen massenpsychologischen Wahn in angemessen irrer Rede auf den Punkt:

"Auch vor dem zweiten Vorrundenspiel heute gegen Serbien in Port Elizabeth wird die deutsche Mannschaft dieses Ritual pflegen. Es ist ihr besonders in diesen Tagen heilig, in denen sie ihrem selbst gewählten Schlachtruf „Power within“ folgt, also versucht, die Kraft aus sich selbst heraus zu ziehen (...) Das Gesagte ist meist trivial. Es ist eher die Geste, die zählt, wenn die deutschen Nationalspieler vor dem Anpfiff einen Kreis bilden. Es ist der Akt, aus dem sie Kraft schöpfen, wenn sie sich umarmen und die Köpfe zusammen stecken, bevor zwei, drei Mann Dinge brüllen wie „Packen wir sie“ oder „Das ist unser Ding“ (...) Das nächste Ziel ist klar definiert: heute ein Sieg gegen Serbien"

Der Triumph des Willens also, der zum Sieg führt. Packen wir sie, die Serben, das ist unser Ding: 2010, 1999, 1941, und 1915. DEUTSCHLAAAAND!

Donnerstag, Juni 03, 2010

Hundt will 6 Milliarden Euro

Allein 1,5 Milliarden Euro ließen sich bei älteren Arbeitslosen sparen, wenn diese nur noch zwölf Monate Arbeitslosengeld I bekommen, so Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt in der "Welt". Auch das höhere Arbeitslosengeld für Arbeitslose mit Kindern müsse gestrichen werden. Kürzen will Hundt auch bei Arbeitslosen, die sich weiterbilden.

Bei mir zu Hause ist das so: Der Hund will ständig irgendwas! Aber man darf da nicht nachgiebig sein, sonst verzieht man ihn nur. Wenn er nervt, muss er raus, und bleibt da auch. Aus! Pfui!

Samstag, April 24, 2010

Ist es wieder soweit?

Die halbamtliche Nachrichtenagentur Tagesschau meldet: nicht etwa die deutsche Regierung im Auftrag des Volksgenossen Steuerzahlers, nein, eine Kabale angelsächsischer Spekulanten verspeist beim Dinner in New York City genüsslich Griechenland und den Euro und saugt zum Dessert am Mark des deutschen Autofahrers.

Freitag, Februar 12, 2010

Feuer und Eis

Die Grünen fordern einen "massiven Angriff gegen Eis und Schnee". Muss ich jetzt in den Luftschutzkeller...?

Sonntag, Februar 07, 2010

Alleindemokraten

Neues Wort erfunden: "Alleindemokraten". Das sind solche Demokraten, für die andere Demokraten nur dann Demokraten sind, wenn sie ihrer Meinung sind. Hubertus Knabe zum Beispiel ist so ein Alleindemokrat, und sein persönlicher Kontakt beim RBB vermutlich auch.

Mittwoch, November 18, 2009

Form und Inhalt

"Bundespräsident Köhler hat im Schloss Bellevue zwölf Gegner des SED-Unrechtsstaates mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet", darunter den idiosynkratischen Totalitaristik-Experten Hubertus Knabe (s.u.!); als Begleitmusik ließ man sich "Deutschland, Deutschland über alles" vorsingen. Der rbb meint, das sei "die falsche Strophe" gewesen. Ich meine: das passt schon. Offen bleibt, ob ich es noch erleben werde, dass man Gegnern des CDU-SPD-Rechtsstaates auch mal etwas etwas anhängt. Eine Auszeichnung, meine ich.

Montag, August 10, 2009

Menschenverachtende Grenzregime

Die "Arbeitsgemeinschaft 13. August e.V." (nach deren Geschichte zu googeln übrigens auch nicht uninteressant ist) hat ein breites Medienecho für ihre Pressemitteilung erhalten, nach der sie recherchiert habe: die Deutsche Teilung habe zwischen 1945 und 1989 genau 1347 Todesopfer gefordert. Kein Medienecho erhielt der Hinweis, dass an den EU-Aussengrenzen allein in der ersten Jahreshälfte 2009 mindestens 459 Menschen umkamen, oder dass die US-amerikanische Border Patrol für das Jahr 2007 über 500 Tote an der Grenze zu Mexiko registrierte.

Samstag, Mai 16, 2009

Kein Verständnis

Wenn Franzosen streiken, dann wundern sich die Deutschen: "Die Türen zum Campus waren abgeschlossen. Man kam über[haupt] nicht zum Studieren", so die verhinderte Streikbrecherin Eva (22) aus Bonn, die sich weiter beklagt über "extreme Leute, die während der Vorlesung in den Hörsaal rennen, pfeifen, schreien und "Sorbonne en grève" rufen. Dafür habe ich dann nicht mehr viel Verständnis". Potztausend. Pfeifen und schreien, wo Eva ihre Eintrittskarte zur Verwaltungselite erwerben will? Hallo Polizei, wo bleibt das Erschiessungskommando. Man darf wohl annehmen, dass jemand, der mit 22 so kritikunfähig und affirmativ ist, mit spätestens 33 dazu beiträgt, eine faschistische Regierung ins Amt zu wählen.

Sonntag, Januar 25, 2009

Jawohl, mein Industrieführer!

Der Manager Hans-Peter Keitel ist neuer Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), und lässt mit klaren Anweisungen zur Lösung der Wirtschaftskrise nicht lange auf sich warten. Es müsse "eine Schuldenbremse gesetzlich oder verfassungsrechtlich verankert werden", so Keitel. Ausserdem fordert er "Steuersenkungen ... für die Leistungsträger, die uns jetzt aus der Krise führen". Und so weiter.

Darauf gibt es natürlich nur eine richtige Antwort: "Jawohl, Herr Industrieführer Keitel! Steuen senken, Verfassung ändern! Der Pöbel Reeechts-um! Im Gleichschritt! MARSCH!"

Sonntag, Oktober 21, 2007

Hinweise

Aus einer Pressemeldung der Berliner Polizei: "Ein 35-jähriger US-Amerikaner und seine 27-jährige Freundin wurden letzte Nacht von vier jungen Männern in Spandau beleidigt und geschlagen (...) beleidigten den 37-Jährigen aufgrund seiner Hautfarbe und stießen seine Freundin zu Boden. (...) Hinweise auf eine fremdenfeindliche Tat liegen nicht vor."

Donnerstag, August 02, 2007

Konstruktiv sein!

Man soll ja nicht immer nur destruktiv rumnörgeln, das bringt keinem Menschen was, erzeugt nichts gutes, keine Arbeitsplätze, keine gesunde Lebenseinstellung, kein Einkommen von dem man Leben kann, und das muss man ja schließlich, will man nicht immer anderen Leuten auf der Tasche liegen und sie mit seinem nicht lebensbejahenden Zynismus anstrengen.


Kein Problem, die guten Beispiele liegen ja auf der Straße: Man kann Kreuzbergern mit Öko- und Eso-Dachschaden levitiertes Wasser verkaufen, wie die wasserwerkstatt-berlin.de. Oder man redet Wettbewerbs-Neurotikern bei ihrem Lieblingssport gut zu (Ball, Gestöhne, KO-System): tennis-psychologie.de


Du, es ist jetzt aber gar nicht gut sich darüber lustig zu machen, im Gegensatz zu dir haben diese Leute etwas auf die Beine gestellt, ich kann auch diesen ewigen Zynismus nicht mehr ertragen, es ist leicht etwas oberflächlich zu kritisieren, aber schwer jeden Tag in der Frühe aufzustehen und levitiertes Wasser zu verkaufen, wer Verantwortung übernimmt wird immer auch Kritik erfahren, aber wenn das alle so machen würden, was wäre dann, ein Gemeinwesen kann nur funktionieren wenn sich jeder auf den Arm setzt und seine Beine hochkrempelt, überhaupt ist das wieder nur so eine Masche von dir, hier drei komische Beispiele raussuchen und damit seine eigene Faulheit bemänteln wollen, ich finde das nicht in Ordnung wie du hier andere vorschiebst um dich um deine Verantwortung zu drücken, verkaufe du erst mal einen ganzen Tag lang levitiertes Wasser, Blablabla blabla Bla blabla bla blablabla Blablabla blabla Bla blabla bla blablabla Blablabla blabla Bla blabla bla blablabla.....

Dienstag, Juni 26, 2007

Denkanweisung

Hamburg: Mann bei Polizeikontrolle erschossen. — "Denkbar seien zwei Szenarien, so Polizeisprecher Ralf Meyer. Entweder schoss der Zivilbeamte aus Notwehr oder der Schuss löste sich aus Versehen." — Anderes ist nicht denkbar, per Anordnung von Polizeisprecher Ralf Meyer.

Nachschlag: "Interne Ermittler unterstehen der Innenbehörde - Das jetzt ermittelnde DIE wurde 1995 in Hamburg eingerichtet. Die Beamten des DIE werden zum Beispiel bei tödlichen Schüssen aus einer Dienstwaffe tätig"

Montag, Dezember 11, 2006

Warum ich Liberale eben doch verachte (1)

Hauptberufliche Kinderarbeitsbefürworter wie der Berliner Professor Manfred Liebel schleimen sich seit Jahren an jedes erreichbare Mikrofon, um ihre Thesen breitzutreten, das Verbot der Kinderarbeit diene nicht etwa dem Schutz der Kinder, sondern behindere deren freien Unternehmergeist sowie ihre Persönlichkeitsentwicklung. An diesem Wochenende sprang nun nach der Grinsekatz Dirk Maxeiner von der "Achse des Guten" auch noch die altgediente ZDF-Kartoffel Peter Hahne auf den Zug auf, und damit hat es nun wohl auch der letzte Depp mitbekommen das prekäre Tätigkeiten wie Prospekte austragen, Geschirrspülen und Hundekot aufsammeln demnächst schon ab einem Euro pro Stunde zu haben sind. Ach richtig, das sind sie ja eh schon... ich hinke mal wieder hinterher.

Nachschlag: daß der Maxeiner dem Hahne vorwirft ihm das Thema geklaut zu haben, also er, Maxeiner, die Kinderarbeit nachgerade erfunden habe, ist nur das i-Tüpfelchen auf diesen öffentlichen Rülpsern von Leuten, die der Welt einen Gefallen täten, würden sie sich auf standesgemäße Tätigkeiten wie Ausfüllen der Steuererklärung, Lustreisen oder das Lesen schlechter Zeitungen zurückziehen.

Börsenkrach

"Über die Aktienstürze auf dem Forum werden nachmittags, wie Clodius spottend erzählte, schreckliche Einzelheiten bekannt. Der Bankier Cittus Vulvius hat sich in seinen Schreibgriffel gestürzt und liegt schwer verwundet. Seine Kinder verheimlichen ihm die Kurse, da er sich sonst den Verband abreißt. Cucca (Getreideimport) versammelte seine sämtlichen Schreiber um sich, als die Panik einsetzte, und befahl seinem Prokuristen, das Hauptbuch vorzulesen, was unter dem Schluchzen aller geschah. Vitturius (Grundstücke) schlug in seinem Büro am schwarzen Brett an, es möge sich ein Angestellter melden, der bereit sei, ihn zu töten. Alle meldeten sich."

Bertolt Brecht: Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar. Fragment

Sonntag, Dezember 10, 2006

Rede vor der Handelskammer

"Die Hauptstadt der Welt beherbergt außer Ihnen, meine Herren, nur noch Arbeitslose. Die Arbeit, an die sie eines Tages gehen werden, wird Sie in Erstaunen setzen. Die führenden Köpfe der Demokratie sind nicht mehr allzu lange imstand, den Massen Vernunft zu predigen. Und da halten Sie die Daumen auf Ihre Geldsäcke! Sie werden Ihnen morgen abgenommen werden, mit den Daumen."

Bertolt Brecht: Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar. Fragment.