Donnerstag, Dezember 22, 2022

als Tragödie

Nachdem der erste Experte zur amerikanischen Siegesrede des ukrainischen TV-Stars Selenskyj den Beauftragten bei der staatsnahen Nachrichtenagentur "ARD" wohl zu lasch war, haben sie jetzt den "Sicherheitsexperten" Christian Mölling aufgetan, "Forschungsdirektor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP)", ehemaliger Mitarbeiter des "German Marshal Fund" und Alumni von allerlei kriegspositiven Denkanstalten.

Für den war nicht nur die Rede "eine perfekte Mischung die alle Kritiker ruhigstellen sollte", er stellt auch klar dass "Bidens Versprechen von Hilfe, was immer sie auch kostet" unbedingt der richtige Weg ist im Gegensatz zu "nur schönen Worten, wie sie aus Deutschland kommen". Er reiteriert die fadenscheinige Behauptung, dass es allein Russland sei, das "in den vergangenen Monaten gezeigt hat, dass es bereit ist, Menschenleben systematisch zu verheizen" - ungeachtet dessen, dass es die Ukraine sei, die einen "Bedarf an einem permanenten Fluss von Munition und Flugabwehr" hat. Dass es Friedensheld Selenskyj ist, der Verhandlungen mit Russland per Dekret verboten hat, würde an dieser Stelle den Narrativ stören und wird entsprechend verschwiegen.

Der "Alleingang" der Amerikaner reicht dem "Sicherheitsexperten" aber bei weitem nicht, das eigentliche Problem sei, "dass die Bundesregierung nicht willig ist, nach vorne zu gucken und die Konsequenzen aus ihren eigenen Worten zu ziehen". Immerhin habe sogar der NATO-Generalsekretär gesagt, das Bündnisverteidigung so was von gestern sei, und "weniger wichtig als die Unterstützung der Ukraine. Da steht Deutschland auf verlorenem Posten". Denn "viele NATO-Alliierte sind schon viel weiter. Die Unterstützung der Ukraine ist für viele eine Art der erweiterten Bündnisverteidigung. Denn das, was an russischem Material" (vor allem auch: Menschenmaterial) "in der Ukraine gerade zerstört wird, macht uns im theoretischen Falle eines Angriffs Russlands auf NATO-Gebiet keine Kopfschmerzen mehr. Insofern dient die Unterstützung der Ukraine der Sicherheit ganz Europas".

Diese vorgeschobene "Bündnisverteidigung" aber heisst auf deutsch nichts anderes als: möglichst viele Russen umbringen. Dieser Siegfrieden, dieses gezielte Ausbluten des russischen "Materials" soll Frieden und Sicherheit in Europa bringen, so die pathologische "Logik" der in den Hinterzimmern des militärisch-industriellen Komplexes ausgebildeten Sprechpuppen. Der geistige Modus dieser Blutsäufer ist die unbedingte moralische Überlegenheit. An der Wurzel ihres pathologischen Wahnbildes steht der Zirkelschluss: "egal was die NATO tut, sie verteidigt sich, denn sie ist ein Verteidigungsbündnis". Daraus folgt alles weitere, und in festem Glauben an das eigene Recht arbeiten sie in Vollzeit daran, uns in einen Abgrund zu treiben, denn alle negativen Folgen des eigenen Tuns sind von vornherein allein Putlers Schuld.

Dicht im Kielwasser der Ideologen bieten sich die willigen Vollstrecker an: Strack-Zimmermann (FDP) fordert Kampfpanzer, Wagener und Nanni (Grüne) fordern Kampfpanzer, Dobrindt (CSU) fordert Kampfpanzer. Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche.

27.12.: Kühnert (SPD): Frieden nur als Siegfrieden; Strack-Zimmermann fordert schon wieder Panzer.

als Farce


Lawrence O'Donnell, der als den US-Democrats nahestehender Fernsehkommentator ein Vermögen von rund 16 Millionen anhäufen konne, hebt die Weltkriegspropaganda auf eine neue Stufe und vergleicht den Kiewer Fernsehkomiker Selensky und seine mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in Washington DC geschriebene, von der Parlamentssimulation des US-amerikanischen Zweiparteinregimes mit parteiübergreifenden Standing Ovations angenommene Rede mit niemand anderem als Winston Churchill. Eimer bereithalten!


Die deutsche, staatsnahe Nachrichtenagentur "ARD" und ihr vermutlich weniger gut bezahlter "Experte" Klaus Scherer tragen etwas weniger dick auf und drucksen ein wenig am Churchill-Vergleich herum, halten in der Sache aber selbstredend Vasallentreue im Sinne des alternativlosen imperialien Siegfriedens um jeden Preis. "da bin ich nahe beim" Soziopathen und Kriegsverbrecher "John Bolton"... "Im übrigen auch in der Taiwan-Frage".

Samstag, Dezember 17, 2022

Nun sag, wie hast du's mit Putins Erdöl?

Eine Sache, die Kriegsgegnern wie z.B. Wagenknecht gerne vorgeworfen wird, ist ja, sich nicht vom russischen Erdöl lossagen zu wollen. Diese Forderung, könnte man sie rein abstrakt und unabhängig vom Sprecher betrachten, wäre prinzipiell richtig. Denn obwohl von den Bewohnern der NATO-Bündnisstaaten nichts anderes zu verlangen ist, als die imperialistische Kriegstreiberei ihrer Regierungen zu attackieren, und deren tiefe Verwicklung in und Mitschuld am Ausbruch dieses Krieges wieder und wieder anzuprangern: an der Zerstörung und dem Tod in der Ukraine, und schleichend aber unaufhaltsam auch darüber hinaus, trägt die russische Regierung, unabhängig von den Hintergründen des Krieges, eine entscheidende Mitverantwortung. Wer den Finger am Abzug hat und abdrückt, kann sich da nicht herausreden, egal wie er vorher provoziert wurde (zum Beispiel mit dem durch die OSZE bezeugten Bruch des Minsker Waffenstillstands durch Kiewer Truppen im Februar 2022) . Das Erdöl ist aber die Einnahmequelle der Ölrentner um Putin; ginge es wirklich darum, diese zu bestrafen, ohne Unbeteiligte in Mitleidenschaft zu ziehen, wäre nichts einfacher, als das Öl abzudrehen.

Die entscheidende Frage bei dieser Forderung ist aber die nach dem Sprecher. Kommt sie, wie hierzulande üblich, aus den Kreisen der Regierung und ihrer ideologischen Landsknechte, ist sie pure Heuchelei. Denn sie kommt von der einzigen Stelle, die seit Februar in der Lage gewesen wäre, den Ölhahn tatsächlich abzudrehen, dies aber konsequent verweigert. Dass das nicht bereits im Frühjahr passiert ist, sagt alles. Auch das Erdgas, das im Außenhandel Putin-Russlands hinter dem Öl eine relativ unbedeutende Rolle spielt, wurde keineswegs auf Betreiben der deutschen Bundesregierung abgestellt, sondern von russischer Seite. Die eine legitime Maßnahme, mit der man die, die hierzulande als allein Schuldige am Krieg dargestellt werden, treffen könnte, unterbleibt.

Statt dessen überbietet man sich in einer Vielzahl unendlich komplizierterer, gefährlicherer und zerstörerischer Aktionen. Man hat kein Problem damit, Munition und Feindaufklärung zu liefern, und so der ukrainischen Kriegspartei zu ermöglichen, nicht nur russische Wehrpflichtige für rund 100.000 EUR pro Schuss in Kebab zu verwandeln; sondern seit einigen Monaten auch Langstreckenwaffen, mit denen Angriffe auf Ziele innerhalb der russischen Föderation geführt werden können. Insbesondere für Deutschland eine historisch bedeutsame Leistung, die mit einem weiteren lästigen, westeuropäischen Kapitalinteressen im Weg stehenden Tabu von 1944 aufräumt. Gleichzeitig wird russischen Kriegsdienstverweigerern die Einreise erschwert oder verunmöglicht; eine humanitäre Sauerei ersten Grades von Seiten der bekanntlich die Menschenrechte erfunden habenden Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, die effektiv nichts bewirkt als den Nachschub an Kanonenfutter für besagte Raketen sicherzustellen. Bei Begründungen für letzteres gibt man sich in Deutschland auffällig bedeckt; zu viel Tabu steht noch davor, den rassistischen Narrativ vom minderwertigen, "raschistischen" Ork offen mit den Reisesanktionen gegen russische Zivilisten zu verknüpfen. Zwar stellt sich Deutschland materiall auf, die Geopolitik der Großväter wieder aufzunehmen; den Narrativ unverhohlen auszusprechen bleibt aber einstweilen den ukrainischen Hilfstruppen vorbehalten.

Schießen geht vor Verzichten. In Deutschland darf keine Fabrik stillstehen, keine Wählerstimme verloren gehen, und um Himmelswillen keine Vermögenssteuer eingeführt werden um sich irgendwie ohne Putins Öl durchzuwursteln; aber den ukrainischen Bandera-Verehrern dabei Hilfe zu leisten, Kursk, Orjol und Sewastopol zu beschießen, und auch sonst möglichst viele Russen unter die Erde zu bringen, selbstverständlich als moralisch gebotene Verteidigungshandlung - da wird das Geld nicht gezählt, das kostet uns nicht mal schlaflose Nächte. Und säße im Kanzleramt nicht ein Olaf Scholz, in dessen Schädel noch ein, zwei Krümel an Pragmatismus herumklappern die er seiner Basis schuldet; säße da ein ideologisch aus den Angeln gehobener Liberaler vom Schlag einer Baerbock, eines Kiesewetter, oder einer Strack-Zimmermann - dann stünden heute bereits in Deutschland her- wenn nicht aufgestellte Panzerbataillone bereit, um endlich die Schlacht am Kursker Bogen wieder aufzurollen. Für Frieden, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte, versteht sich.

Mittwoch, Dezember 14, 2022

zur Massenvernichtung verpflichtet

"Höchste Priorität" hat für den Haushaltsausschuss der deutschen Bundesregierung die Beschaffung von F-35-Kampfbombern, mit denen die Bundeswehr im Kriegsfall nukleare Massenvernichtungswaffen aus US-Beständen auf nicht näher benannte Ziele abwerfen soll; oder, in der Sprache der staatsnahen Nachrichtenagentur "ARD": ihrer "Verpflichtung" nachzukommen, im "Ernstfall" US-Atombomben zur "Abschreckung" zu "transportieren".